Die Gründung der Burg Meißen geht auf das Jahr 929 zurück. König Heinrich I. schuf während seines Eroberungszuges dieses einstmals slawischen Gebietes auf einem hoch über der Elbe gelegenen Felsplateau ein befestigtes Militärlager. Schon bald wurde ein Markgraf eingesetzt, der das Grenzgebiet sichern sollte. Seit 1089 stammen die Markgrafen aus dem Geschlecht der Wettiner. Als sie im 15. Jahrhundert auf dem Höhepunkt ihrer Macht waren, beschlossen die damals gemeinsam regierenden Brüder Ernst und Albrecht von Wettin eine neue Residenz zu errichten, die Platz für zwei Hofhaltungen bot. Der repräsentative Bau sollte auch Verwaltungszentrum werden. Mit dem Bau beauftragt wurde 1470 der geniale Baumeister Arnold von Westfalen. Es entstand eine spätgotische Schlossanlage, das erste Schloss der deutschen Baugeschichte, die erst 1676 den Namen Albrechtsburg erhielt. Das Schloss verfügt aufgrund der Lage am steilen Elbhang teilweise über zwei Etagen Kellergeschosse, ein Erdgeschoss sowie drei Obergeschosse. Einzigartige architektonische Bauleistungen wurden an diesem Schloss verwirklicht, wie die so genannten Vorhangbogenfenster oder die neuartigen Zellengewölbe, die vom Spiel mit Licht und Schatten leben. Auch die statische Lösung dieses Schlosses ist bemerkenswert, denn der Baumeister konnte auf die sonst üblichen Strebepfeiler an den Außenwänden verzichten, indem er die Stärke der Mauern von unten nach oben anwachsen ließ. Als ein Meisterwerk des Treppenbaus gilt der Große Wendelstein, eine breite Treppe mit aufgelöster Spindel im Innern und konkav und konvex geschwungenen Stufen, die in einem Turm, der vor die Fassade gelegt ist, untergebracht wurde. Trotzdem das Schloss so einzigartig gebaut war, wurde es kaum zu Wohnzwecken genutzt, denn die beiden Bauherren entschlossen sich zur Landesteilung 1485. Da das Schloss kaum bewohnt wurde, ließ August der Starke 1710 hier die erste europäische Porzellanmanufaktur einrichten, die bis 1863 in sämtlichen Räumen des Schlosses untergebracht war. Die Nutzung als Manufaktur fügte dem Bauwerk schweren Schaden zu. 1863 kam es zur Verlegung der Manufaktur. Das Schloss wurde baulich instand gesetzt und zwischen 1875-1885 mit einem Wandbilderprogramm zur sächsischen Geschichte ausgestattet. Seit 1881 ist die Albrechtsburg als Museum der Öffentlichkeit zugänglich. Text: www.albrechtsburg-meissen.de |