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Schloss Rochlitz


09306 Rochlitz, Soernziger Weg 1

 

Landkreis Mittelsachsen (FG)

Altkreis Mittweida (MW)

Bundesland Sachsen

 

Deutschland

 GPS: +51° 2' 41.94", +12° 47' 29.66"

Beschreibung:


Bodendenkmal:

Slawischer Burgwall/Mittelalterliche Hoehenburg in Spornlage.

Areal von ca. 300 m Laenge und bis zu 40 m Breite, veraendert und ueberbaut; am wsw Ende (vor den Tuermen des Schlosses) Graben von 25 m Breite und ca. 20 m Tiefe sowie mit Bachdurchfluss, am onö Ende (an Schlosskapelle) Graben von 12-15 m Breite und 8-10 m Tiefe; nach O zu folgen ein ca. 40 m langes Areal, das am ö Ende wiederum durch Graben von 6 m Breite und 2-3 m Tiefe abgeschlossen ist und danach ebenfalls eine Vorburg (Gelaende um Kirche St. Petri).

Erwaehnung: 1009 urbs Rocholenzi, 1018 in burgwardo Rochelenzi, 1198 Herrensitz (Heinricus de Rocheliz)

 

Verzeichnis Bezirk Karl-Marx-Stadt 1983: Kreis Rochlitz Nr. 18.13.

 
Burg:

MBL 4942; Rochlitz; Amtshauptmannschaft Rochlitz; Eigenname "Schloss, Schlossberg", Zuordnung Altersstufe 1 (vor 1200); Spornburg, ueberbaut, historische Bausubstanz, Museum, Ersterwaehnung 1159 als Herrensitz.

 

Billig: Verzeichnis der hoch- und spaetmittelalterlichen Burgen in Sachsen (Leipzig und Dresden 2002) 

 
Rittergut:

MBL 4942, Amtshauptmannschaft Rochlitz, Ersterwaehnung 1009 urbs 

 

Gross: Verzeichnis der Herrschaftlichen Gueter bis zur buergerlichen Agrarreform (Leipzig und Dresden 2004) 

 

Das Schloss liegt suedwestlich des historischen Stadtkerns von Rochlitz auf einem allmaehlich nach Ostnordost abfallenden Auslaeufer des Rochlitzer Berges, der von der Zwickauer Mulde im Suedosten und dem Hellerbach im NW flankiert wird. Der Sporn teilt sich in den Nosswitzer Schlossberg im Westen, der mit etwa 200 m ue. NN betraechtlich hoeher liegt und eine Flaeche von etwa 300 m Laenge und etwa 60 m Breite umfasst und - durch einen spaetmittelalterlichen Halsgraben getrennt - den Rochlitzer Schlossberg mit dem Schlosskomplex (etwa 90 x 30-40 m), dem durch Graeben getrennten sog. Unterschloss und der oestliche Vorburg mit der St.-Petri-Kirche und einer Gesamterstreckung von etwa 220 x 40 m.

 

Die Gestalt der Schlossanlage wird neben mehreren romanischen Gebaeudeteilen wesentlich durch einen Umbau zum markgraeflichen Schloss im letzten Viertel des 14. Jahrhunderts bestimmt. Weitere Um- und Neubauten erfolgten am Ende des 15. und im 16. Jahrhundert, als das Schloss als Nebenresidenz, Witwensitz und Jagdschloss der Wettiner genutzt wurde.

Quelle: wikipedia.de GNU-Lizenz

 

Zeittafel:


vor 981 In der östlichen Vorburg wird die Burgwardkirche St.Peter gegründet.
zw. 925 und 1002 Die Reichsburg kommt an die Ekkehardinger.
995 Als Zentrum, des Rochlitzgaues wird die Reichsburg Rochlitz erstmalig in einer Urkunde Kaiser Ottos III. indirekt erwähnt.
1009 Markgraf Gunzelin von Meißen erobert im Erbfolgestreit der Ekkehardinger die im Besitz seiner Neffen befindliche Burg Rochlitz und brennt diese nieder (erste direkte Erwähnung).
1046 Aufenthalt des reisenden Königshofes von König Heinrich III. (seit Dezember 1046 Kaiser). Heinrich III. stellt hier 3 Urkunden aus und übereignet die Burg seiner Gemahlin Agnes. Rochlitz wird Zentrum eines größeren Reichsgutskomplexes.
1068 König Heinrich IV. weilt mit seinem Hof auf der Reichsburg Rochlitz und urkundet hier.
1074 Kaiser Heinrich IV. schenkt die Burg  (castrum Rochelez) dem Bistum Naumburg.
1115 Erbauung des Wohnturmes I. (ältester Profanbau Sachsens).
1143 König Konrad III. schenkt Burg und Provinz Rochlitz dem Wettiner, Markgraf Konrad von Meißen.
1156-1210 Rochlitz wird Herrschaftszentrum der wettinischen Grafen von Groitzsch und Rochlitz. Ausbau des Burgwardes zur Grafschaft.
um 1170 Um- und Neubau des Palastes; Erbauung des Wohnturmes II.
1177 Graf Dedo gehört zu den zwölf Fürsten, die als Schwurzeugen Friedrich Barabarossas den Frieden von Venedig beschwören.
1210 Mit dem söhnelosen Tod Konrads II. erlischt die Rochlitzer Linie der Wettiner im Mannesstamm.
1223 Landgraf Ludwig IV. von Thüringen erobert Burg Rochlitz mit Hilfe eriner "Blide" (= Katapultgeschütz). Reste einer Heißluftheizung sind wohl der nach 1223 erneuerten Kemenate zuzuordnen.
1286-91 Pfalzgraf Friedrich von Sachsen-Lauchstädt residiert auf Burg Rochlitz.
1288 Landgraf Albrecht II., der Entartete, von Thüringen ist als Gefangener auf der Burg.
1292 Friedrich - seit 1291 Markgraf von Meißen - urkundet "Rochlitz in unsere Capellen"; der Standort der Kapelle ist nicht bekannt.
1296-98 Rochlitz ist Reichsburg unter königlicher Besatzung. Markgraf Friedrich findet Exil in Tirol.
1298 Durch Überrumpelung der königlichen Besatzung erobern meißnische Truppen unter dem Pfalz- und Markgrafen die Burg. Der königliche Statthalter für die Mark Meißen, Heinrich von Nassau, ein Vetter des Königs, ist Gefangener in der Burg.
1330 Rochlitz ist Residenz von Markgräfin Mechtildis (Tochter Kaiser Ludwigs von Bayern)
um 1370 Im Register der Markgrafen von Meißen erscheint erstmalig die Bezeichnung "sloß" Rochlitz.
Umfangreiche Baumaßnamen unter den gemeinsam regierenden Brüdern Friedrich, Balthasar und Wilhelm (seit 1382 Markgraf Wilhelm allein) finden statt. Es entstehen: beide Türme mit Nord- und Westwehrgang, Fürstenhaus und Querhaus mit Heißluftheizung, Kapelle, die "Große Hofe Küche", Mittel- und Obertor mit der neuen Wegführung sowie die erste Wasserleitung.
1382-1400 Markgraf Wilhelm der Einäugige von Meißen baut die Burganlage zu seiner Residenz aus. Entstehung des Bauensembles 'Jupen, Fürstenhaus, Querhaus'.
1384 Die Burg wird Gerichtsort eines überregionalen Landfriedensbündnisses mit monatlich stattfindenden Tagungen.
1403 Markgraf Wilhelm schließt auf der Burg ein Bündnis, das sich hauptsächlich gegen Böhmen richtet.
1430 Die Husiten belagen Schloss Rochlitz, können es jedoch nicht einnehmen.
1436 - 1445 Schloss Rochlitz ist Wettinisches Staatsarchiv.
1435 - 1471 Schloss Rochlitz dient der standesgemäßen "Verwahrung" des abgesetzten Bischofs Sigismund von Würzburg.
1438 Schlacht bei Brüx; 50 Hussiten kommen als Gefangene in die "Jupen", u.a. Feldhauptmann Wilhelm von Sternburg.
1446 Ein politischer Affront in Rochlitz, verursacht durch den herzoglichen Rat Apel von Vitzthum, wird zum unmittelbaren Anlass des sächsischen Bruderkrieges.
1456 Junker Henning Strobart, kurfürstlicher geheimer Rat, Stadthauptmann von Halle und Magdeburg, stirbt als Staatsgefangener im Verlies der "Finsteren Jupe".
1457 Der Prinzenhof weilt in Rochlitz; Hofmeister Hugel von Taubenheim ist verantwortlich für die Erziehung der 16 bzw. 14jährigen Prinzen Ernst und Albrecht.
1458 Kurfürst Friedrich der Sanftmütige verleiht der Stadt Leipzig auf Burg Rochlitz den dritten Jahrmarkt, ein entscheidender Schritt für die Entwicklung Leipzigs zur Messestadt.
1477 Der Prinzenhof weilt in Rochlitz, die späteren Kurfürsten Friedrich der Weise und Johann der Beständige werden im Alter von 10 bzw. 14 Jahren von zwei Erziehern unterrichtet.
1477-1502 Schloß Rochlitz dient Herzogin Amalia von Sachsen, Witwe Herzog Ludwigs von Bayern-Landshut (Landshuter Fürstenhochzeit) als Residenz. Eine umfangreiche Bautätigkeit wandelt die Burg zum "festen Schloß".
Durch Um- und Neubau entsteht die Schlosskapelle in ihrer heutigen Gestalt und und weitere bauliche Kostbarkeiten.
1507-1510 Residenz für Herzog Friedrich von Sachsen - Hochmeister des Deutschen Ritterordens.
1511 Markgraf Albrecht von Brandenburg-Ansbach wird auf Schloss Rochlitz zum Hochmeister des Deutschen Ritterordens gewählt.
1537-1547 Residenz für Herzoginwitwe Elisabeth, Schwester Landgraf Philipps des Großmütigen von Hessen führt 1537 trotz Widerstandes die Reformation ein.
1558 Das Schlossvorwerk (=Wirtschaftshof) wird verpachtet; 1548 standen hier 25 Kühe, 25 Rinder und 30 Schweine.
1574-1576 Dr.Caspar Peucer, Humanist, kurfürstlicher Leibarzt, Professor der Universität Wittenberg und Schwiegersohn Philipp Melanchthons ist Staatsgefangener auf Schloss Rochlitz.
1587-1591 Kurfürst Christian I. nutzte das Schloss als Jagdschloss und führt durchgreifende Baumaßnahmen durch, u.a. den Bau einer neu trassierten Wasserleitung.
1591-1602 Rochlitz ist Residenz der Kurfürstinwitwe Sophie und Sitz der Wittumsregierung.
1602-1611 Rochlitz und Waldheim sind Nebenresidenzen von Colditz.
1609 Zur Saujagd stellt das Amt Rochlitz 400 Treiber zu Fuß und 80 Vorspannpferde.
1624 Schloss Rochlitz wird Jagdschloss unter Kurfürst Johann Georg I.; Für die Hofjagden vermag das Amt bis zu 597 Jagdfröner (= zu Jagdfron verpflichtete Untertanen) und 104 Zeugwagen aufzubieten.
1644/45 Der Dreißigjährige Krieg nimmt das Schloss und die Stadt sehr mit. Das Schloß wurde mehrmals  belagert und 3 mal eingenommen. Einschläge von Stückkugeln sind immer noch am Turm "Finstere Jupe" sichtbar.
1649 Am 12. April verlässt die schwedische Besatzung das Schloss.
1657 Zur Erbhuldigung für Kurfürst Johann Georg II müssen die Amtsstädte Betten und Gerät aller Art auf das Schloss leihen, da die im Dreißigjährigen Krieg verloren gegangene Ausstattung noch nicht ersetzt ist.
1664 Die am Fürstenhaus 1644/45 angerichteten Schäden werden repariert.
1693 Die Mätresse Kurfürst Johann Georgs IV.; Sibylla von Neidschütz, wird in den Rang einer Reichsfürstin von Rochlitz erhoben.
1707 König Karl XII. von Schweden ist zwei Mal ungebetener Gast auf Schloss Rochlitz (Nordischer Krieg)
1710 Das Schloss ist Reisequartier für Königin Christiane Eberhardine von Polen, Kurfürstin von Sachsen.
1717 Die seit 1645 baulich gesicherte Ruine das Unterschlosses wird abgebrochen.
1784 Das Schloss befindet sich in trostlosem Zustand; Beginn der Abbrüche und der Vereinfachungen in der Dachzone. Um 1800 erreicht die bauliche Vernachlässigung ihren Höhepunkt.
1852 Durch weitgehende Umbauten im Fürstenhaus- und Querhaus entstehen neue Diensträume für die Justiz. Im Winkel zwischen Turm und Nordwehrgang wird eine dreigeschossige Untersuchungs-Haftanstalt errichtet (bis 1961 genutzt).
1891 Der Begründer des Museums Professor Clemens Pfau  (Heimatforscher) rettet wichtige Amtsrechungen und Belege vor dem Einstampfen und bewahrt damit der Nachwelt wichtige geschichtliche Zeugnisse.
1892 Gründung des Museums als 4tes Museum auf einer sächsischen Burg.
1893-1934 Die verwahrloste Schlosskapelle wird der erste und bis 1934 einzige Ausstellungsraum des Museums.
1935 Schloss Rochlitz geht von Land Sachsen auf das Deutsche Reich über.
1938 Durch Spenden wird eine Erschließung der Lichten Jupe als Aussichtsturm ermöglicht.
1945-47 Schloß Rochlitz ist Sitz des sowjetischen Geheimdienstes NKWD.
1948 Wiedereröffnung des Museums am 15.Mai.
seit 1956 Hauptamtliche Museumsleitung, seitdem zunehmender Einfluss auf die Bauunterhaltung. Das Schloss und das Museum wird später von der Stadt Rochlitz übernommen und seitdem systematisch erweitert. Die Ausstellungsfläche wächst schrittweise auf 1000m² an. Die Baumaßnahmen erforderten viel Kraft und wurden teils ehrenamtlich durchgeführt
1960/61 Die Haftanstalt wird stillgelegt. Das Ministerium für Justitz der DDR übergibt Schloss Rochlitz der Stadtverwaltung.
1990 Als letzte Behörde der regionalen Verwaltung verläßt das Kreisgericht den 1000jährigen Verwaltungssitz Schloss Rochlitz.
1990/91 Die 1852 erbaute und seit 1961 stillgelegte Haftanstalt wird abgerissen. Wiederherstellung der ursprünglichen Hofsituation und Rekonstruktion von 20 m Wehrgang.
1994 Schloss Rochlitz wird vom Freistaat Sachsen übernommen und nimmt seine Arbeit als staatlicher Schloßbetrieb auf.
1995 Sanierung der Westzwingermauer und der Brücke
1995 August 1000 Jahrfeier von Schloss Rochlitz. Tag der Sachsen in der Region Rochlitz.
1996-1999 Notsicherung des Fürstenhauses und weitere Umbauarbeiten. 
2002 Sanierung der Dächer der Lichten Jupe und des Südflügels. Rekonstruktion der historischen Türmerwohnung in der Finsteren Jupe.
 Quelle: www.schloesser-und-burgen-im-muldental.de
  

Abbildungen in der Galerie:


Album
eigene Photos  Grundrisse etc.   Ansichtskarten  alte Ansichten vor Ort
25  1  1  4 

2006

2010

          
          

Literaturauswahl und Links:


Geupel: Verzeichnis
Billig: Verzeichnis
Gross:Verzeichnis
Poenicke:
Album der Rittergüter und Schloesser im Koenigreiche Sachsen, ca. 1850
Billig/Mueller:
Burgen - Zeugen saechsischer Geschichte, 1998
Mueller/Dehn:
Burgenwanderung durch Sachsen, 2006
  
Links:
http://www.schloesser-und-burgen-im-muldental.de/
 http://de.wikipedia.org/wiki/Schloss_Rochlitz
  

www.bernievancastle.de
 
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