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Ordensburg Wesenberg (Rakvere ordulinnus)


Rakvere

 

Lääne-Viru maakond

 

Estland

 GPS: +59° 20' 54.21", +26° 21' 8.05"

Beschreibung:


Ordensburg:

Wesenberg im Kreise Wierland, auf dem Nordende eines langen Grandrueckens, ist zu daenischer Zeit erbaut, wird 1252 erstmals genannt und hat 22 Ordensvoegte von 1343 bis 1558 gehabt.

 

Karl von Loewis of Menar: Burgenlexikon fuer Alt-Livland, Riga 1922

 

Die Ordensburg Wesenberg(h) steht auf dem Areal einer der groessten fruehzeitlichen estnischen Festungen, bekannt unter dem Namen Tarvanpea (Kopf des Auerochsen), am Nordende eines langen Grundmoraenenzuges. 1219 besetzten die Daenen den nordoestlichen Teil Estlands, eroberten 1220 Tarvanpea und bauten eine erste kleine Burg unter Verwendung der Waelle und Palisaden der estnischen Festung. Im fruehen 14. Jh. wurden die Palisaden durch eine steinerne Ringmauer ersetzt. 

 

1346 verkauften die Daenen nicht zuletzt unter dem Eindruck des St. Georgsnacht-Aufstandes 1343-1345 das Gebiet an den Deutschen Orden. Bald darauf begann der Ordensmeister Goswin von Gerike mit dem Ausbau der kleinen daenischen Burg. Da diese bereits eine kastellaehnliche Gestalt hatte, war es relativ leicht, innerhalb der Ummauerung ein Konventshaus nach den Erfordernissen des Deutschen Ordens zu errichten. An die Ecken der Suedseite des Konventshauses wurden zwei schlanke viereckige Treppentuerme angefuegt, die der Burg das Aussehen eines viertuermigen Kastells verleihen. Suedlich des Konventshauses befindet sich eine grosse Vorburg mit einem Rondell an der Ostseite.

 

Im Livlaendischen Krieg (1558-1581) eroberten die Russen die Burg und errichteten eine unregelmaessige aeussere Ringmauer mit den Steinen der zerstoerten Haeuser der Stadt Wesenberg (siehe Grundriss von 1683 in der Bildergalerie).

1605 wurde die Burg von den Schweden erobert und durch die abziehenden polnischen Truppen gesprengt. Von der aeusseren Ringmauer ist nichts mehr vorhanden, da die Einwohner Wesenbergs nach dem Nordischen Krieg (1700-1721) die Burg als Steinbruch benutzten, um ihre zerstoerte Stadt wieder aufzubauen.

 

Um 1910 wurden erste Sicherungsmassnahmen durch die damalige "Sektion zur Erhaltung einheimischer Altertuemer" mit dem Sitz in Reval (Tallinn) durchgefuehrt. Die letzte Restaurierung fand 1989 bis 1992 statt. Heute befindet sich hier ein Museum.

 

Zeittafel:


vor 1219
befindet sich hier die estnische Festung (Holz/Erde) Tarvanpea (Heinrich von Lettland: Livlaendische Chronik)
nach 1219
bauen die Daenen eine erste kleine Burg
1252
erste Erwaehnung der Burg
18.02.1268In der Schlacht von Wesenberg (russisch: Rakovor) besiegt ein vornehmlich von Novgorod und Pleskau erstelltes russisches Aufgebot die deutschen und daenischen Ritter und bringt die Ostexpansion des Deutschen Ordens vorerst zum Stehen.
1346
kommt die Burg in den Besitz des Deutschen Ordens, Um- und Ausbau zur Ordensburg
bis 1558
Vogtei des Deutschen Ordens, in dieser Zeit sind 22 Voegte verzeichnet
1558
Eroberung durch russische Truppen im Livlaendischen Krieg
1581
Eroberung durch schwedische Truppen im Livlaendischen Krieg
1602Eroberung durch polnische Truppen
1605
Wiedereroberung durch die Schweden, beim Abzug der Polen sprengen diese die Burg
nach 1721Nutzung der Burg als Steinbruch zum Wiederaufbau zerstoerter Haeuser der Stadt Wesenberg nach dem Nordischen Krieg
um 1910
Erste Sicherungsarbeiten
1989-1992 Restaurierungsarbeiten an der Burg
heute
zugaenglich gegen Eintritt / Museum
  

Abbildungen in der Galerie:


Album
eigene Photos
 Grundrisse etc.
 Ansichtskarten
 alte Ansichten
 vor Ort
23
 2 - 2
 2008
          
Panorama
         
 

Literaturauswahl und Links:


Tuulse:
Die Burgen des Deutschen Ritterordens in Lettland und Estland, 1942
Loewis of Menar
Burgen-Lexikon fuer Alt-Livland, 1922
Helme:
Eestimaa Linnuste Teejuht, 2003
Heinrich v. Lettland:
Livlaendische Chronik
  
Links:
http://www.rakvere.ee/
 http://www.estlandia.de/tourismus/staedte/rakvere.html
  

www.bernievancastle.de

 
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