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Ordensburg Segewold (Siguldas pilsdrupas)


Sigulda 

 

Rīgas Rajons

Riga Region 

 

Lettland

  GPS: +57° 9' 56.60", +24° 51' 3.02"

Beschreibung:


Ordensburg:

Segewold im Rigaschen Kreise am Rande des linksseitigen Abhanges zum breiten Tal der Treyder-Aa, vorwiegend eine Hoehenburg, doch war die S.O.-Seite der aeusseren Vorburg durch Wassergraeben, deren Reste noch kenntlich sind, geschuetzt.

 

Karl von Loewis of Menar: Burgenlexikon fuer Alt-Livland, Riga 1922

 

Die Ordensritter eroberten das Gebiet um Sigulda im beginnenden 13. Jahrhundert. Der Schwertbrueder- orden und der Bischof von Riga gruendeten zwei voneinander unabhaengige Ordensstaaten, deren Grenzen durch das heutige Sigulda verliefen. Das Gebiet am linken Ufer der Aa erhielt der Orden in der Laenderteilung von 1207.

 

Die Burg Segewold wurde in den Jahren 1207-1209 erbaut und war die erste Ordensburg ausserhalb Rigas. Erste Erwaehnungen finden sich 1210 in der Livlaendischen Chronik und 1226 in einer Urkunde. Von 1239-1432 und 1560-1562 war Segewold Komturssitz, dazwischen dem jeweiligen Landmarschall des Ordens zugeteilt. Laut Loewis of Menar sind 11 Komture bekannt.

 

Von 1236 bis zum Ende des 16. Jahrhunderts hielt die Vorherrschaft des Livlaendischen Ordens an, bis die beiden Regionen Livland und Lettgallen im Livlaendischen Krieg unter die Kontrolle von Polen-Litauen gerieten. In dieser Zeit wurde Sigulda zu einem regionalen Zentrum ausgebaut. Eine Reihe von neuen Gutshoefen entstanden auf dem ehemaligen Ordensland.

 

Im Schwedisch-Polnischem Krieg wurden Burg und Siedlung zerstoert. Segewold wurde im Grossen Nordischen Krieg erneut stark beschaedigt und die alte Siedlung an der Burg nicht wieder aufgebaut. Das alte Schloss wurde auch in der Folgezeit immer wieder bei Kriegshandlungen in Mitleidenschsft gezogen und blieb schliesslich als Ruine zurueck.

 

Im Jahre 1622 wurde das in der Vorburg befindliche Landgut an Hermann Waker verpachtet. Im Jahre 1737 schenkte die Kaiserin Russlands Anna das Gut an Feldmarschall von Lasci. 1761 wurde seine Gemahlin Besitzerin des Guts. Danach erbte das Gut ihr Sohn und spaeter Graf Braun. Die naechste Erbin des Guts war die Graefin von Borch. Ihr gehoerte das Landgut bis zum Ende des 19. Jahrhunderts. Die naechste Besitzerin war die Fuerstin Kropotkina, geboren Graefin Borch. Das Neue Schloss wurde in der Naehe der Ruine von 1878 bis 1881 im Auftrag des Gutsbesitzers Prinz Kropotkin gebaut.

 
Seit 1993 bewirtschaftet die Stadtverwaltung Sigulda Burg und Schloss. In den Sommermonaten finden Opernauffuehrungen und andere Events im Burghof statt. Die Ruine ist frei zugaenglich.

 

Zeittafel:


1207-1209
Bau der Burg Segewold
1210
Erste Nennung in der Livlaendischen Chronik Heinrichs von Lettland
1226
Erste urkundliche Erwaehnung
1239-1432
Komturssitz
16. Jh.
Besetzung durch polnische Truppen im Livlaendischen Krieg (1558 bis 1583)
1560-1562
Komturssitz
17. Jh.
Zerstoerungen im Schwedisch-Polnischen Krieg (1600 bis 1629)
18. Jh.
Zerstoerungen im Grossen Nordischen Krieg (1700 bis 1721)
  

Abbildungen in der Galerie:


Album
eigene Photos  Grundrisse etc.   Ansichtskarten  alte Ansichten vor Ort
15  1  3  1 

2008

2009

          

Literaturauswahl und Links:


Loewis of Menar:Burgen-Lexikon fuer Alt-Livland, 1922
Tuulse:Die Burgen des Deutschen Ritterordens in Lettland und Estland, 1942
Heinrich v. Lettland:
Livlaendische Chronik, 1959
Miltitzer, Klaus:
Die Geschichte des Deutschen Ordens, Stuttgart 2005
  
Link:
http://www.sigulda.lv/
  

www.bernievancastle.de

 
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