Die im 12. Jahrhundert entstandenen Rundkirchen Bornholms stellen baulich eine geschlossene Gruppe dar, die sich dadurch auszeichnet, dass sie eine festungsartig verstaerkte Aussenmauer und nur einen durch Friese verzierten Mittelpfeiler haben, der zusammen mit der Aussenmauer die Decke traegt. Nur der Pfeiler in Østerlars ist im unteren Bereich durch runde Arkaden unterbrochen. Vier Kilometer suedlich von Gudhjem liegt die Østerlarskirke, die groesste Rundkirche auf Bornholm. Der Name Østerlars bezieht sich auf den Heiligen der Kirche, St. Laurentius (daenisch Lars). Schiff, Chor und Apsis stammen aus der Zeit um 1150, die ausseren Strebepfeiler aus dem Spaetmittelalter. Untersuchungen des Fußbodens ergaben, dass sich unter der Kirche eine versteckte Krypta befindet, die aber noch nicht ausgegraben wurde. Wie die uebrigen Rundkirchen diente sie in Zeiten kriegerischer Auseinandersetzungen zugleich als Verteidigungsort. Das zylindrische Schiff hat drei Stockwerke. Die Decke der beiden unteren besteht aus einem ringfoermigen Tonnengewoelbe, das in der Mitte auf einem Pfeiler ruht. Im unteren Stockwerk ist der Mittelpfeiler mit Oeffnungen im Rundbogenstil versehen. Eine Treppe, die vom Chor ausgeht, laeuft durch das dicke Mauerwerk an der noerdlichen Seite des Schiffes und verbindet die Stockwerke miteinander. Im dritten Stockwerk befindet sich am aeusseren Mauerring ein mit Schiessscharten versehener Wehrgang, ca. 1,50 m breit, der urspruenglich ausserhalb der Dachkonstruktion gelegen war. Siehe hierzu die Rekonstruktionszeichnung von Laske im Album. Mit einem Dach in der heutigen Form wurde die Kirche erst versehen, nachdem sie ihre Bedeutung als Wehrkirche verloren hatte. In eher fragwuerdigen Thesen, die sich mit dem Zusammenhang zwischen dem franzoesischen Templerorden und der Platzierung der Bornholmer Mittelalterkirchen befassen, wird der Kirche eine zentrale Bedeutung beigemessen. |