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04680 Colditz Landkreis Leipzig (L) Altkreis Muldentalkreis (MTL) Bundesland Sachsen Deutschland
|  | | | GPS: +51° 7' 54.17", +12° 48' 26.48" |
Beschreibung: Bodendenkmal:
| Wehranlage, Mittelalter, Abschnittsbefestigung in Spornlage. Die Bergzunge in Nord-Sued-Erstreckung von etwa 150 m ist vor dem Kirchhofsbereich durch einen tiefen Halsgraben gesichert. Durch die Ueberformungen mit den spaetmittelalterlichen Schlossbauten ist von der urspruenglichen Anlage des 10./11. Jahrhunderts oberflaechig nicht ueberkommen. Das hintere Schloss ist der aelteste Teil der Entwicklung der Burg. Schutz seit 08.02.1974 Verzeichnis Bezirk Leipzig 1984: Kreis Grimma Nr. 4 | | |
| Burg:
| MBL 4842; Colditz; Amtshauptmannschaft Grimma; Eigenname: Schloss, Altersstufe 1: vor 1200; Spornburg, ueberbaut, Ersterwaehnung 1103 als Herrensitz. Billig: Verzeichnis der hoch- und spaetmittelalterlichen Burgen in Sachsen (Leipzig und Dresden 2002) | | |
| Die Burganlage in Colditz stammt in ihren Anfaengen aus dem 11. Jahrhundert. Hier lebte Kurfuerst August und seine Gemahlin Anna, Prinzessin von Daenemark sowie spaeter Sophie, Witwe des Kurfuersten Christian I. Richtig bekannt wurde das Schloss aber erst durch die Ereignisse der juengeren Geschichte. Im Verlauf des 2.Weltkrieges als Gefangenenlager für alliierte Offiziere eingerichtet, erlebte es trotz steil abfallender Felsen, Stacheldraht und Wachposten viele – teils spektakulaere – Fluchten. In Grossbritannien sind die vielfach publizierten Ausbruchsgeschichten aus dem ehemaligen Gefangenenlager enorm populaer. Viele englische Touristen besuchen daher jaehrlich das Schloss und natuerlich das Fluchtmuseum, wo beeindruckende Zeugnisse dieser Zeit besichtigt werden koennen. | | |
Zeittafel:
| 1046 | Kaiser Heinrich III. übereignet seiner Gemahlin unter anderem den Burgward Colditz mit dem zugehörigen Besitz des Markgrafen Eckehard II. | 1083
| Kaiser Heinrich IV. beschenkt Wiprecht von Groitzsch mit dem Burgward Colditz. Wiprecht gilt als erster Erbauer einer Burg.
| 1103
| Ersterwaehnung als Herrensitz
| 1158
| Kaiser Friedrich I. (Barbarossa) macht Colditz zum Reichsgut und setzt Thimo I. als Reichsministerialen ein. Das Besitztum Colditz und 20 kleinere Slawendörfer wurden zur Nutzung übergeben. Das war der Beginn einer fast 250-jährigen Dynastenreihe der späteren „Herren von Colditz“. Nach 1200 gründeten sie die eigentliche Stadt um den Markt. Wälder und brachliegendes Wiesen- und Ackerland wurde besiedelt und bestellt. Neben den ursprünglichen slawischen Dörfern Zschetzsch, Zschadrass, Zollwitz, Terpitzsch und Koltzschen entstanden große Kolonistendörfer wie Schönbach, Hohnbach, Thierbaum, Ebersbach und Tautenhain. Die bedeutende Stellung der Herren von Colditz endete mit Thimo VIII.
| 1404
| Colditz geht für 15000 Mark Silber in den Besitz der Wettiner über. Als Ergebnis zielstrebiger sächsischer Territorialpolitik wird Stadt und Land Colditz als wettinisches Amt in die Markgrafschaft Meißen eingegliedert.
| 1430
| Die Hussiten nehmen Colditz ein und stecken Stadt und Schloss in Brand.
| 1486
| Kurfürst Ernst stirbt auf Schloss Colditz.
| 1524
| Umgestaltung des Schlosses, die Obergeschosse der Gebäude des hinteren Schlosses werden aufgesetzt. | | 1553 - 1586 | Kurfürst August und seine Gemahlin Anna Prinzessin v. Dänemark leben in Colditz (siehe Doppelwappen über der 2. Toreinfahrt). August lässt das Schloss zur Benutzung als Jagdschloss herrichten und baulich erweitern.
| 1603
| Sophie, Witwe des Kurfürsten Christian I., verlegt ihren Wohnsitz und ihre Regierung über die Ämter Colditz, Rochlitz, Leisnig und Borna nach Colditz. Colditz wird Residenzstadt mit umfänglicher Hofhaltung und zahlreicher Beamtenschaft. Sowohl kulturell als auch wirtschaftlich erlebte Colditz eine Blütezeit. Sophie widmete sich nachdrücklich den Armen, der Kirche und der Stadt.
| | 1753 | Das Schloss wird letztmalig vom kurfürstlichen Hofstaat aufgesucht, danach beginnt der bauliche Verfall. | | 1939 - 1945 | Das Schloss wird Gefangenenlager für alliierte Offiziere aus Großbritannien, dem Commonwealth, Frankreich, Belgien, Holland und Polen. Unter der Bezeichnung „Oflag IVC“ galt das Lager als ausbruchsicher. Trotz steil abfallender Felsen, Stacheldraht, zahlreicher Wachposten und Scheinwerferbestrahlung gelangen 30 Fluchten. Jede Nation hatte ihren Fluchtoffizier, für die Briten war es Pat Reid, der später das Buch „The Colditz Story“ schrieb. Die Bestimmungen der Genfer Konvention wurden weitestgehend eingehalten. Sport und Theaterspiel, musizieren und Sprachen erlernen gehörte zu den Alltagsbeschäftigungen der Gefangenen.
| | 1945 - 1946 | Als Internierungslager wird das Schloss Sammelstelle für enteignete Guts- und Großgrundbesitzer und ihre Familien.
| seit 2003
| Die Gesellschaft Schloss Colditz e.V. mit Betreiberfunktion vor Ort hat Geschäftsräume, Räume für Kultur und Handwerk im Schloss angemietet und ist ab 2003 in alle Mietverträge zum Museum eingetreten, das sie nunmehr betreibt und bewirtschaftet.
| | | Quelle: www.schloss-colditz-com
| | | | Abbildungen in der Galerie:
Album
| eigene Photos | | Grundrisse etc. | | Ansichtskarten | | alte Ansichten | | vor Ort
|  | 16 | | 1 | | 1 | | 6 | | 2008 2010 | | | | | | | | | | | | | | | | | | | | | | | Literaturauswahl und Links:
Kroitzsch/Quietzsch:
| Verzeichnis
| Billig:
| Verzeichnis
| Billig/Mueller:
| Burgen - Zeugen saechsischer Geschichte, 1998
| Mueller/Dehn:
| Burgenwanderung durch Sachsen, 2006 | Thiede/Lippmann:
| Schloss Colditz
| Homepage:
| http://www.schloss-colditz.com
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www.bernievancastle.de
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