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Burg Gnandstein


04655 Kohren-Sahlis OT Gnandstein

 

Landkreis Leipzig (L)

Altkreis Leipziger Land (L)

Bundesland Sachsen

 

Deutschland

  GPS: +51° 1' 6.95", +12° 34' 33.73"

Beschreibung:


Bodendenkmal:

Wehranlage, Mittelalter. Die Spornburg bildet einen langgestreckt-rechteckigen Grundriss mit erhoehtem Kernwerk im Osten. Dieses traegt zugleich mit um den Hof gruppiertem Palas, Kemenate, Bergfrit, Zwinger und Schildmauer die aelteste Bebauung. Nach Westen schliesst sich der zweite, juenger umbaute Hof an. Vor der Nordseite ist der urspruengliche Aufweg durch doppelten Wallzug und Graeben geschuetzt. Schutz seit 10.01.1974

 

Verzeichnis Bezirk Leipzig 1984: Kreis Geithain Nr. 8

 
Burg:

MBL 4941; Gnandstein; Amtshauptmannschaft Borna; Eigenname: Burg Gnandstein; Zuordnung Altersstufe 2: 1200–1250; Spornburg, historische Bausubstanz; Ersterwaehnung 1228 als Herrensitz.

 

Billig: Verzeichnis der hoch- und spaetmittelalterlichen Burgen in Sachsen (Leipzig und Dresden 2002)

 
Rittergut:

MBL 4941, Amtshauptmannschaft Borna, Ober- und Erbgerichtsbarkeit, Altschriftsaessigkeit, Ersterwaehnung 1196 als Herrensitz.

 

Gross: Verzeichnis der Herrschaftlichen Gueter bis zur buergerlichen Agrarreform (Leipzig und Dresden 2004)

 

Die Anfänge der Burg liegen zu Beginn des 13. Jahrhunderts. Zuerst entstand auf dem unbesiedelten Felssporn eine annähernd rechteckige Ringmauer, an deren Südwestecke sich ein Wohnturm, Vorgängerbau des heutigen Bergfriedes, befunden hat. Um 1220 entstand dann der ursprünglich dreigeschossige Bau des Palas, das besterhaltene Beispiel eines solchen Gebäudes im heutigen Freistaat Sachsen. Nur wenig später wurde der Ringmauer im Osten eine Zwingermauer vorgelagert.

 

In der Mitte des 13. Jahrhunderts wurde der 33 m hohe Bergfried errichtet. Er besitzt an seinem Fußpunkt eine Mauerstärke von ca. 3,5 m. Das Innere war ursprünglich in sechs hölzerne Stockwerke unterteilt. Der originale Zugang befand sich in ca. 8 m Höhe über dem heutigen Fußpunkt. Gleichzeitig ist im Inneren ein Kaminzug nachgewiesen.

 

Das 15. Jahrhundert war dann von großen Um- und Ausbauten gekennzeichnet. Zu Beginn erhielt der Bergfried eine Türmerstube. Noch in der ersten Hälfte des 15. Jahrhunderts dürfte mit dem Bau des Torhauses begonnen worden sein. Über den bereits existierenden Wehrkellern der Süd- und Nordseite des Felssporns entstanden ein gotischer Wohnflügel und eine spätgotische Kapelle.

 

Im 17. Jahrhundert kam es zu zahlreichen Zerstörungen. Schwedische Truppen steckten 1632 die Kemenate in Brand und 1646/47 wurde der Südflügel durch Blitzschlag schwer in Mitleidenschaft gezogen. Noch in der zweiten Hälfte des 17. Jahrhunderts erhielten fast alle Gebäude neue Dächer bzw. Dachkonstruktionen.

 

1990 begannen umfangreiche archäologische Grabungen im Bereich des Turm- und des Zwingerhofes. Im Anschluss wurde die gesamte Zwingeranlage rekonstruiert. Im Rahmen einer großen Baumaßnahme konnte ab 1994 der Südflügel zunächst statisch-konstruktiv überarbeitet werden. Direkt im Anschluss erfolgte der Innenausbau des gesamten Gebäudes. Diese Arbeiten fanden zum Teil im Jahr 2000 ihren Abschluß. Die Restaurierung der übrigen Gebäudeteile der Burg, die Arbeiten an den Fassaden bzw. Dächern von Palas, Kemenate, Anbau und Nordflügel wurden bis zum Jahr 2004 abgeschlossen. (Quelle: Burgmuseum Gnandstein)

 

Heute befindet sich neben einem Museum auch ein aus eigener Erfahrung sehr empfehlenswertes Burghotel und -restaurant in den alten Mauern.

 

Zeittafel:


1228
Erste Erwähnung der Brüder Heinrich und Conrad von Schladebach, Ministeriale Markgraf Dietrichs von Wettin als Besitzer u.a. der Burg Gnandstein.
vor 1327
Die Burggrafen von Leisnig waren als reichsländische Herrschaftsträger im Besitz der Burg.
vor 1333
Otto von Leisnig urkundete "zu Genantstein uff dem Hause".
1384
Erwähnung eines "Heinrich von den Einsiedeln" in einer Mühlhäuser Urkunde.
1409
Die Brüder Heinrich und Claus von Einsiedel mussten ihren Landesherren ihre Burgen Gnandstein und Wolkenburg in allen Kriegen öffnen - erste urkundliche Erwähnung der Familie von Einsiedel als Besitzer Gnandsteins.
...
...
1913-1939Hanns von Einsiedel; Nach zahlreichen Restaurierungen und Umbauten, u.a. auch im Bereich der spätgotischen Kapelle, konnte er 1929 das Heimatmuseum Burg Gnandstein eröffnen.
1939-1945
Sibylla Freifrau von Friesen (1905-1984); War seit 1932 mit Friedrich Karl von Friesen / Rötha verheiratet. Ihr verkaufte ihr Vater Hanns 1939 die Burg und das Rittergut Gnandstein. Im Zuge der Bodenreform mussten die Familien von Einsiedel und von Friesen die Burg bzw. den Ort Gnandstein verlassen. Hanns von Einsiedel und seine Frau Elfriede lebten fortan bis zu ihrem Tod 1958 bzw. 1963 in den Räumen des Schlosses Altenburg.
 (Quelle: Burgmuseum Gnandstein)
  

Abbildungen in der Galerie:


Album
eigene Photos  Grundrisse etc.   Ansichtskarten  alte Ansichten vor Ort
26  1  1  4 

2006

2010

          
          

Literaturauswahl und Links:


Kroitzsch/Quietzsch:Verzeichnis
Billig:Verzeichnis
Gross:Verzeichnis
Billig/Mueller:Burgen - Zeugen saechsischer Geschichte, 1998
Mueller/Dehn:Burgenwanderung durch Sachsen, 2006
Poenicke:Album der Rittergueter und Schloesser im Koenigreiche Sachsen, ca. 1850
  
Link:
http://www.gnandstein.de/
  

www.bernievancastle.de
 
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